Tierversuche in der Kosmetik

Oct 22 , 2019

Tierversuche in der Kosmetik

Tierversuche in der Kosmetik?

 

Tierversuche erlangen derzeit wegen einem Labor bei Hamburg große mediale Aufmerksamkeit. Wir finden es traurig, dass es erst soweit kommen musste und wollen dir einen kurzen Überblick über das Thema verschaffen.

Tierversuche haben generell den Zweck, die Auswirkung von chemischen Stoffen auf den menschlichen Organismus zu verstehen, bevor diese auf den Markt dürfen.
Es soll also, vereinfacht gesagt, geprüft werden, wie verträglich die neuen Stoffe für Menschen sind und ob diese Reizungen oder sogar Krankheiten auslösen könnten.
Für viele Tests gibt es mittlerweile Alternativen, sodass auch die EU 2013 ein Verbot für Tierversuche in der Kosmetik durchsetzte.

Doch leider haben diese nicht nur in der Kosmetik Tradition. Zwar sind in Deutschland Tierversuche offiziell für Kosmetikprodukte verboten, jedoch werden Inhaltsstoffe oft für andere chemische Erzeugnisse, wie Arzneimittel oder Wandfarbe, an Tieren getestet.
Man kann also von Produkten in Deutschland und Europa nicht pauschal davon ausgehen, dass diese nicht an Tieren getestet wurden.

Ein weiterer Faktor ist, dass Tierversuche in vielen Ländern immer noch eine anerkannte Methode zur Prüfung von Kosmetik sind. Es ist für die Firmen also einfach günstiger, ihr Produkt einmal an Tieren zu testen und dann anhand von diesem Ergebnis in verschiedenen Ländern, wie Japan, Russland oder den USA, auf den Markt zu bringen.

Allein in Deutschland wurden im Jahr 2016 an 2,8 Millionen Tieren Versuche durchgeführt. 665.000 Tiere wurden in dem Jahr getötet um Organe oder Zellen herauszunehmen. Dies entspricht fast 2.000 Tieren pro Tag!.

 

Welche Tierversuche sind erlaubt?

 

Diese Frage lässt sich leider nicht mit einem Satz beantworten, sondern hängt von vielen Faktoren ab. Wie bereits angesprochen sind Tierversuche in Europa für kosmetische Mittel bereits verboten, jedoch noch in vielen anderen Bereichen Pflicht. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass Tierversuche “erlaubt” sind, die von der zuständigen Behörde genehmigt werden.

So schreibt die REACH-Verordnung (ein Gesetz der Europäischen Union) vor, dass ungefähr 30.000 Chemikalien erneut auf ihre Giftigkeit überprüft werden. Schätzungen zufolge sterben hierbei 54 Millionen (!) Tiere.

Je nachdem, welche Wirkung erforscht werden soll, werden auch unterschiedliche Tiere eingesetzt. An Meerschweinchen werden beispielsweise Infektionskrankheiten, an Rhesusaffen HIV und an Ratten Stoffwechselerkrankungen erforscht.
Allgemein lässt sich sagen, dass Mäuse und Ratten die am häufigsten verwendeten Tierarten sind. Ein Grund hierfür ist, dass die Gene von Mäusen und Menschen zu 98% übereinstimmen. Auch muss hier zwischen Forschung und toxikologischen, oder anderen Sicherheitsprüfungen unterschieden werden.

Ein Beispiel für einen Tierversuch in der Forschung ist der so genannte „Forced Swim Test“. Bei diesem werden Mäuse und Ratten in einen Behälter mit Wasser geworfen, aus dem sie nicht entkommen können. Hierbei wird die Zeit gestoppt, wie lang es dauert bis das Nagetier aufhört zu schwimmen und sich quasi mit seinem Tod abfindet. Der Test dient zwar der Erforschung von Arzneimitteln gegen Depressionen, jedoch ist unklar inwiefern dieser Test Aussagen über den Geisteszustand der Tiere zulässt.

Die sogenannten “LD50-Tests” zählen zu den regelmäßig durchgeführten toxikologischen Tests. Diese werden durchgeführt um die tödliche Dosis von Medikamenten und Wirkstoffen wie Botulinumtoxin (Botox) zu bestimmen. Hierbei wird Mäusen so oft ein Wirkstoff gespritzt, bis die Dosis bestimmt werden kann, an der genau 50% der Tiere sterben.
Obwohl Botox größtenteils als kosmetisches Antifaltenmittel genutzt wird, ist es international als Medikament zugelassen und kann dementsprechend an Tieren getestet werden. Die Grauzone ist also größer als auf den ersten Blick vermuten lässt und reicht über das Verbot in Europa hinaus.

 

Wann werden Tierversuche verboten?

 

Tierversuche sind in der Kosmetik in Deutschland seit 1997, in Österreich seit 1999 und in ganz Europa seit 2013 komplett verboten.
Alle Tierversuche müssen von einer Behörde genehmigt werden und die Institute werden je nach Tierart regelmäßig geprüft. Theoretisch heißt dies, dass Institute, die an Affen forschen jährlich geprüft werden, Institute, die an Hunden und anderen Tieren forschen jedoch nur alle 3 Jahre. Grundsätzlich dürfen auch nur Personen Tierversuche durchführen, die das notwendige Wissen hierzu haben. Es darf also nicht jeder Tierversuche machen.
Wir würden uns häufigere und gründlichere Kontrollen wünschen, jedoch werden die Labore praktisch bereits jetzt aufgrund von Personalmangel seltener geprüft, als gesetzlich vorgeschrieben.
Ein Branchenübergreifendes Verbot ist zurzeit leider nicht abzusehen.

Vor allem die sogenannte medizinische Grundlagenforschung macht hier einen großen Teil aus, ohne einen direkten Nutzen zu bieten. Hierbei werden Experimente an Tieren durchgeführt, ohne einen direkten konkreten Nutzen zu haben. Es werden Theorien aufgestellt und bewiesen, die zukünftig vielleicht bei der Entwicklung von Medikamenten hilfreich sein könnten, derzeit jedoch nur der Analyse der Grundlagen dienen.
Die gute Nachricht hierbei: neue Verfahren machen es möglich vieles bereits an einfachen Kulturzellen zu testen, sodass die Anzahl an hierfür leidenden Tieren zukünftig zurückgehen sollte.

Die toxikologischen (Giftigkeitstests) und pharmakologischen Tests (Medikamententests) machen die andere Hälfte aus. Bei diesen werden Medikamente, Chemikalien, Umweltgifte und Impfstoffe auf ihre Giftigkeit und Auswirkungen auf Mensch und Umwelt getestet.
Auch hier scheint ein zukunftsnahes Verbot nicht realistisch, da laut Forschern die Alternativen fehlen.

Die Alternativen werden jedoch nicht ohne die notwendigen Forschungsgelder entstehen. Vor allem mit Hilfe von künstlicher Intelligenz sehe ich eine realistische Chance Modelle zu generieren, die Tierversuche überflüssig machen. Hierfür müssen jedoch viel mehr Menschen auf das Thema aufmerksam gemacht werden und es als Problem ansprechen. Erst wenn es öffentlich als Problem wahrgenommen wird, werden Gelder fließen und Gesetze umgesetzt.

 

Was kann man dagegen tun?

 

Die meisten denken, dass es nichts bringt wenn sie ihr verhalten allein ändern. So ist es aber nicht. NovaNation zeigt, dass jeder von uns einen Einfluss haben kann.

Zu allererst solltest du selbstverständlich darauf achten, dass die Kosmetik, die du kaufst, nicht an Tieren getestet wurde. Unsere Lippenstifte sind natürlich alle ohne Tierversuche entwickelt worden, wenn du jedoch weitere Produkte suchst, bietet Peta eine ausführliche Liste. Hier werden sowohl Kosmetikmarken die Tierversuche machen ausgeschlossen, als auch vegane Marken aufgelistet.

Oft ist einem auch nicht bewusst, welche Marken überhaupt Tierversuche unterstützen. Firmen, die auf den ersten Blick nichts mit Tieren, oder Kosmetik zu tun haben, fördern diese. Weiteres hierzu findest du auf der Seite von Peta.

Außerdem kannst du selbstverständlich auf kosmetische Behandlungen mit Wirkstoffen wie Botox verzichten. Obwohl dies für viele noch ein Tabuthema zu sein scheint, erfreut sich die Behandlung einer wachsenden Nachfrage in der heutigen „Instagrammable“-zeit. Viele vergessen hierbei, dass es sich immer noch um ein Nervengift handelt und gehen unüberlegt vor.

Darüber hinaus werden derzeit in vielen Großstädten Demonstrationen zu dem Thema organisiert, denen man sich natürlich anschließen kann.

Natürlich kannst du auch Freunde und Verwandte aufklären, denn nicht jedem ist bewusst was genau es mit Tierversuchen auf sich hat. Schick ihnen diesen Blogbeitrag, oder verweise auf die Infos von Peta hierzu.

Außerdem nimmt Peta jederzeit gerne Spenden auf, um in deinem Namen gegen Tierversuche zu kämpfen.

 

Wir sind nicht nur gegen Tierversuche

 

Wir haben bereits zu Beginn gewusst, dass NovaNation für mehr stehen soll, als nur Kosmetik. Das Peta Cruelty-free-Logo war hierbei für uns zwar unverzichtbar, aber auch nur der Anfang. NovaNation distanziert sich nicht nur von jeglichen Tierversuchen, sondern möchte in deinem Namen auch was dagegen tun. Deshalb geht ein Teil des Erlöses aus dem Verkauf unserer Lippenstifte unter anderem an Peta, um weiter gegen Tierversuche in allen Branchen zu kämpfen.
Darüber hinaus wollen wir mit unserem eigenen NovaNation e.V. Projekte umsetzen, die Tieren zugute kommen.

Um dies so transparent und direkt wie möglich zu kommunizieren, haben wir uns entschlossen diesen Blog zu führen.
Solltest du darüber hinaus Fragen, Anregungen oder Feedback haben, würden wir uns über einen Kommentar von dir wirklich freuen!


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